20-MW-Wasserstoff-Hub in Baden-Württemberg geplant

7. Juni 2024 | In Villingen-Schwenningen in Baden-Württemberg soll ein 20-MW-Wasserstoff-Hub entstehen. Dafür gaben gestern (6. Juni) der Oberbürgermeister der Stadt Jürgen Roth und der Entwickler des Hubs, die Schweizer Infener AG, den Startschuss. Der Wasserstoff-Hub soll auf einer Fläche von etwa 10.000 Quadratmeter im Industriegebiet Salzgrube entstehen. Ab 2026 soll die Anlage grünen Wasserstoff produzieren.

Die Infener AG plant eine Millioneninvestition in Villingen-Schwenningen: einen 20-MW-Wasserstoff-Hub im Industriegebiet Salzgrube. Auf etwa 10.000 Quadratmetern soll ab 2026 grüner Wasserstoff produziert werden. Zu Beginn soll der Hub über eine Elektrolysekapazität von 5 MW verfügen. Diese will das schweizerische Unternehmen dann über einen Zeitraum von fünf Jahren auf 20 MW hochskalieren. Ab 2031 soll die Anlage so jährlich etwa 2.000 Tonnen Wasserstoff produzieren. Die Energie für den Betrieb des Elektrolyseurs will sich das Unternehmen durch Direktverträge mit Betreibern (PPAs) von Wind- und Photovoltaikanlagen in der Region sichern.

Der im H2-Hub produzierte Wasserstoff soll regionale Logistik-, Verkehrs- und Industrieunternehmen versorgen. Laut Infener konnten bereits jetzt potenzielle Abnehmer, darunter der Logistiker Noerpel, gewonnen werden. Dieser plane den grünen Energieträger zur Betankung seiner LKW- und Busflotten einzusetzen. Auch der Verkehrsverbund Move unterstütze das Projekt.

Das Design des Hubs wurde vom Hamburger Architektur- und Design-Büro Hadi Teherani entworfen. Die Projektbetreuung vor Ort übernimmt das Architekturbüro Schleicher. Die Investitionen für den Hub belaufen sich voraussichtlich auf rund 45 Millionen Euro.

Vorerst kein Anschluss ans Kernnetz

Oberbürgermeister Jürgen Roth freut sich über die Errichtung des Wasserstoff-Hubs in seiner Stadt und betont dessen Bedeutung für die ganze Region. Besonders da die Region Schwarzwald, Alb und Bodensee voraussichtlich nicht vor dem Jahr 2040 an das Wasserstoffkernnetz angeschlossen wird und aktuelle Studien den Wasserstoffbedarf bis zum Jahr 2030 68 Prozent höher einschätzen (ca. 94–125 TWh) als 2023 erwartet (56 TWh), sei diese dezentrale Versorgung wichtig.

Infener CEO Joel Vogl erklärte: „Unser Hub nutzt die überschüssige erneuerbare Energie in Villingen-Schwenningen, um grünen Wasserstoff zu produzieren und direkt vor Ort für industrielle Prozesse oder die Verkehrsbranche bereitzustellen. Damit bieten wir eine maßgeschneiderte Ergänzung zu zentralen Wasserstoffversorgungssystemen und ermöglichen es der regionalen Industrie, zeitnah und effektiv zu dekarbonisieren – und gleichzeitig das Stromnetz zu entlasten.”

Die Abwärme der Elektrolyse soll für Wärmenetze oder Industrieprozesse nutzbar gemacht werden. Der ebenfalls bei der Elektrolyse anfallende Sauerstoff soll vor allem für die Oxyfuel-Verbrennung eingesetzt werden und so Industrieprozesse effektiver dekarbonisieren.

Erst vor Kurzem hat Infener, die auch autarke Energiesysteme anbietet, den Baubeginn für einen weiteren H2-Hub in Neumünster angekündigt. Das schweizerische Unternehmen strebt an, sich als führender Wasserstoffproduzent dezentrale Hubs in ganz Europa zu etablieren, und will bis 2030 Elektrolyseure mit einer Gesamtleistung von mindestens 40 Gigawatt installieren.

 

(Quelle: Infener/2024)

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