Heizen mit Wasserstoff: Start-up präsentiert neues Verfahren

17. Mai 2024 | Das Start-up Hyting aus Wiesbaden hat ein Heizsystem entwickelt, das Wasserstoff und Sauerstoff aus der Luft in Wärme umwandelt. Der Clou: Das Heizsystem arbeitet nicht mit Verbrennung und soll daher keinerlei CO2 -, NOx- oder Feinpartikelemissionen verursachen. Zudem könne die Wasserstoff-Heizung mit Wasserstoff jeglicher Reinheit arbeiten und eigne sich daher für eine Vielzahl unterschiedlicher Anwendungen.

Das Heizsystem des 2021 gegründeten Start-ups arbeite mit einem katalytischen Verfahren, um Wasserstoff zum Heizen zu verwenden. Das Unternehmen hat seine Technologie nach eigenen Angaben bereits zum Patent angemeldet.

Derzeit seien mehrere Prototypen in der Testphase, die ersten Versuche bei Kunden in Deutschland erwarte man zum Ende dieses Jahres. Innerhalb der nächsten zwei Jahre will Hyting dann mit der Massenproduktion der Geräte beginnen. Unternehmensgründer Tim Hannig erklärte:

 „So wie Wasserstoff als ideales Mittel zur Dekarbonisierung von „hard-to-abate“ Transportsektoren wie Luftfahrt, Schifffahrt und LKWs anerkannt ist, sehen wir auch das Potenzial von Wasserstoff, einen Beitrag zur Dekarbonisierung des Gebäudesektors zu leisten.“

Das Wasserstoff-Heizsystem (© Hyting)

Die Technologie

Im katalytischen Prozess wird allgemein verfügbarer Wasserstoff mit Sauerstoff aus der Luft in Wärme umgewandelt. Im Gegensatz zu anderen Wasserstofftechnologien sei das Hyting-System indes nicht auf die Verwendung hochreinen Wasserstoffs angewiesen.

Das Verfahren sei inhärent sicher, heißt es vom Hersteller. Der katalytische Reaktionsprozess arbeite an allen Betriebspunkten mit nicht brennbaren Wasserstoffkonzentrationen. Der Wasserstoff werde mit dem gleichen niedrigen Druck geliefert, der auch für die Erdgasversorgung typisch ist – etwa 1,5 bar. So seien keine kosten- und energieintensive Kompression und Speicherung erforderlich.

Im Gegensatz zu Systemen, die mit Wasserstoffverbrennung arbeiten, entstehen bei dem katalytischen Prozess laut Hyting keine CO2 -, NOx- oder Feinpartikelemissionen.

Einsatzmöglichkeiten und Verwendung

Die Technologie sei robust und kosteneffizient, da sie viele bewährte Komponenten aus der Heizungs- und Automobilindustrie verwende. Außerdem ist sie modular und damit skalierbar konzipiert. So können Leistungen von 10-300 kW für eine Vielzahl unterschiedlicher Anwendungen konfiguriert werden. Eine Installation in Industrie-, Gewerbe- und Wohngebäuden sei genauso denkbar wie in Gewächshäusern oder Nutzfahrzeugen. Die Anlage könne auch nachgerüstet, als mobiles Heizgerät oder Backup-Heizung eingesetzt werden. Selbst für Pizzaöfen sei das System geeignet, heißt es in der Pressemeldung des Unternehmens.

Im Verbund mit Wärmepumpen könne das Hyting-System ein hybrides und vollständig CO₂-freies Heizsystem. Durch die Kombination könne eine effektive Heizung gewährleistet und Installations- und Betriebskosten optimiert werden. Die Wärmepumpe lasse sich dabei auf die Leistung ausgelegen, bei der sie am energieeffizientesten ist, während das Heizsystem die Gesamtheizleistung an kalten Tagen ergänzt und Spitzenlasten abdeckt.

Ein zusätzlicher Anreiz bestehe darin, dass die Kosten für Wasserstoff im Vergleich zu Erdgas in den nächsten drei Jahrzehnten voraussichtlich sinken werden. Der globale Energiebedarf für Heizzwecke könne auch dazu beitragen, die Entwicklung und den Ausbau der Wasserstoffwirtschaft voranzutreiben. Außerdem sei es effizienter, Wasserstoff für Wärmeanforderungen direkt in Wärme umzuwandeln als die Rückverstromung gekoppelt mit elektrischer Erwärmung. Das Heizen mit fossilen Brennstoffen ist für rund 15% der globalen CO2 Emissionen verantwortlich,

Weitere Informationen

(Quelle: HYTING/2024)

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