Schottischer Wasserstoff könnte deutsches Importvolumen decken

24. Mai 2024 | Das britische Net Zero Technology Centre (NZTC) und die deutsche Projektberatungsfirma Cruh21 haben das Potenzial einer schottisch-deutschen Zusammenarbeit im Bereich Wasserstoff untersucht. Das Ergebnis haben sie in ihrem „Enabling Green Hydrogen Exports: Matching Scottish Production to German Demand“-Bericht veröffentlicht. Das Fazit: Schottischer Wasserstoff könnten bis 2045 potenziell 22 % bis 100 % des deutschen Importvolumens abdecken.

Das NZTC und Crush 21 haben am 23. Mai ihren „Enabling Green Hydrogen Exports: Matching Scottish Production to German Demand“-Bericht veröffentlicht. In diesem haben die beiden Unternehmen die schottische Wasserstoffproduktion und die deutsche Nachfrage analysiert. Darüber hinaus haben die Partner auch mögliche Szenarien für den Wasserstoffexport und -verbrauch erstellt. So wollten Crush 21 und das NZTC das Potenzial einer deutsch-schottischen Zusammenarbeit im Bereich Wasserstoff untersuchen. Das Ergebnis: Schottische Wasserstoffexporte könnten bis 2045 22 % bis 100 % des deutschen Importvolumens abdecken.

In dem Bericht gehen die Experten von zwei Entwicklungsphasen aus. Die erste Phase umfasst die Wasserstoffproduktion und den Verbrauch bis 2030. Dieser Phase müsse aber die Installation von Wasserstoffpipelines für den Export von rund 35 TWh Wasserstoff vorausgehen, heißt es in der Veröffentlichung. Die zweite Phase erstreckt von 2030 bis 2045 und umfasst die Inbetriebnahme und den Ausbau der Pipeline-Infrastruktur. So soll eine verbesserte Verteilung zu niedrigen Kosten ermöglicht und bis zu 94 TWh Wasserstoff exportiert werden.

In dem Bericht nennen die beiden Unternehmen auch Maßnahmen, um Herausforderungen zu bewältigen und die Chance am Markt bestmöglich zu nutzen. Zu den laut NZTC und Crush 21 wichtigsten Maßnahmen gehören:

Durchführung umfassender Forschungsarbeiten
Festlegung von Prioritäten für Infrastrukturinvestitionen
Stärkung von Energiepartnerschaften
Beobachtung der Marktdynamik
Neubewertung der Exportziele zur Anpassung an die sich entwickelnden Nachfragetrends

Fehlende Infrastruktur

Die in diesem Bericht skizzierten Szenarien zeigen, wie die Chancen der internationalen Wasserstoffverteilung maximiert werden können, heißt es vom NZTC. In dem Bericht wollten die Experten außerdem sicherstellen, dass die Hindernisse und Vorteile für beide Länder umfassend berücksichtigt sind.

„Während das Potenzial für die Wasserstoffproduktion in Schottland und der Umfang der prognostizierten Nachfrage in Deutschland gut bekannt sind, fehlt es an greifbaren Strategien zur Verbindung von Angebot und Nachfrage und deren Entwicklung von heute bis zum Jahr 2045“, erklärte Ana Almeida, die leitende Projektingenieurin des NZTC.

Meryem Maghrebi, Beraterin bei Cruh21, sagte, dass der Bericht einen ganzheitlichen Überblick biete und die Notwendigkeit unterstreiche, eine synchronisierte Infrastruktur für Wasserstoff und Derivate zu entwickeln. Diese müsse auch Exportterminals und Pipelinenetze umfassen, um die Wasserstofflieferkette zwischen Schottland und Deutschland zu stärken. Einer der kritischen Faktoren zur Beschleunigung der Zusammenarbeit zwischen Schottland und Deutschland ist die Einrichtung der Pan-Nordsee-Transportinfrastruktur, so Maghrebi.

Dieser jüngste Bericht, der sich auf das Abnehmerpotenzial und die grenzüberschreitende Verteilung von Wasserstoff konzentriert, ergänzt den Hydrogen Backbone Link-Bericht des NZTC, in dem das Potenzial des Wasserstoffs bewertet wurde.

Zum Report Download

(Quelle: NET ZERO TECHNOLOGY CENTRE/2024)

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