Startschuss für H2-ready-Kraftwerk in Gelsenkirchen

1. Juli 2024 | Der Düsseldorfer Energiekonzern Uniper hat in Gelsenkirchen-Scholven ein neues Kraftwerk in Betrieb genommen. Es soll perspektivisch auf Wasserstoff umgestellt werden. Der Standort hat für Uniper Symbolcharakter: Bis 2029 will das Unternehmen vollständig aus der Kohleverstromung aussteigen. In Scholven sei dafür nun die Grundlage gelegt.

Das offizielle Startsignal für das neue Gas- und Dampfturbinenkraftwerk (GuD-Anlage) gab NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst am Donnerstag (26. Juni). Mit einer Leistung von rund 140 Megawatt (MW) soll „Scholven 1” künftig Prozessdampf, Fernwärme und Strom für regionale Industrie- und Privatkunden erzeugen. Dabei werde das Kraftwerk laut „massiv” zur Senkung des CO2-Ausstoßes im Ruhrgebiet beitragen, teilte Uniper mit. Auch sonstige Schadstoffemissionen und Lärmbelastungen würde die Anlage gegenüber der ehemaligen Kohleverbrennung reduzieren.

Die GuD-Anlage bilde dabei die Grundlage für den Kohleausstieg des Standorts Scholven. Sie besteht aus zwei Gasturbinen, einer Dampfturbine, zwei Abhitze-Dampferzeugern und einem gasgefeuerten Dampfkessel. Die endgültige Inbetriebnahme von „Scholven 1” soll erfolgen, sobald letzte Sachverständigenprüfungen und entsprechende Dokumentationen erfolgt sind.

Ministerpräsident Wüst erklärte, eine „klimafreundliche Energie- und Wärmeversorgung, die sicher und bezahlbar ist” sei „elementare Voraussetzung für den Erhalt der wirtschaftlichen Stärke” Nordrhein-Westfalens. Der Düsseldorfer Konzern leiste mit Scholven 1 einen „wichtigen Beitrag auf dem Weg dorthin”. Uniper will nach eigenen Angaben bis 2029 aus der Kohleverstromung auszusteigen.

 „Plattform für Zukunftsprojekte auf Wasserstoffbasis”

Die Umstellung von Kohle auf Gas versteht Uniper indes nur als ersten Schritt der Transformation. Eine weitere Option sei der Betrieb als H2-Ready-Kraftwerk, das nach einer Übergangszeit mit Erdgas mit Wasserstoff betrieben wird. Diese Umstellung wäre im Sinne der im Februar verkündeten Kraftwerksstrategie der Bundesregierung, der zufolge 10 Gigawatt wasserstofftauglicher Kraftwerkskapazität bis 2030 entstehen sollen.

Um Platz für die Ansiedlung neuer Projekte am Standort Scholven zu schaffen, müssten jedoch zunächst freie Flächen geschaffen werden. Dies soll durch einen Rückbau der bestehenden Anlagen auf dem Gelände erfolgen. Den Anfang habe jüngst Block F gemacht, weitere sollen sukzessive folgen. Uniper betreibt am Standort Scholven neben der GuD-Anlage zwei kohlebefeuerte Kraftwerksblöcke (Scholven B und C), die die Bundesnetzagentur als „systemrelevant” einstuft. Die beiden Anlagen kann der Übertragungsnetzbetreiber Amprion bei Bedarf zur Netzstabilisierung anfordern.

Uniper-CEO Michael Lewis betonte: „Die heutige Veranstaltung rund um das neue Gas- und Dampfturbinenkraftwerk ist ein wichtiger Meilenstein für den Standort Scholven und für Uniper insgesamt. Scholven verfügt nun über eine Plattform für Zukunftsprojekte auf Wasserstoffbasis. […] Bis 2030 sollen 80 Prozent unserer Erzeugungskapazität CO2-neutral sein. Es sind solche Projekte, die unsere Strategie anfassbar und reell machen.”

v. l. n. r.: Nikola Feldmann (Uniper Wärme), Sascha Rose (Ineos), Michael Lewis (CEO Uniper SE), Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen Hendrik Wüst, 1. Bürgermeisterin Martina Rudowitz, Alvaro Lorente Lopez (SENER) (© Uniper SE)

(Quelle: Uniper/2024)

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