Wasserstoff aus Restholz: Neue Anlage erzielt Rekord-Wirkungsgrad

3. Juli 2024 | Drei bayerische Unternehmen gewinnen Wasserstoff aus Restholz. Mit ihrer neuen Technologie erzielen die Anlagenbauer BtX energy, Burkhardt und ProMethan bei der Umwandlung einen Wirkungsgrad von über 50 %, heißt es in einer Pressemitteilung. Damit würde Wasserstoff aus Restholz erstmals wirtschaftlich attraktiv, indem er zum Beispiel als Treibstoff für Brennstoffzellenfahrzeuge dient.

Die Anlagen von Unternehmen wie der ProMethan GmbH oder Burkhardt GmbH wandeln Restholz mit sogenannten Hackschnitzelvergasern in Biogas um. Daraus lässt sich wiederum hochreiner Wasserstoff herstellen, der in Fahrzeugen mit Brennstoffzellenantrieb den doppelten Wirkungsgrad im Vergleich zum Biogas erzielt. Dass das möglich ist, haben die Unternehmen nun nach eigenen Angaben mit der auf Wasserstoffproduktion aus Biomasse spezialisierten BtX GmbH bewiesen.

Die zugrundeliegende Technologie ist die sogenannte Wassergas-Shift-Reaktion. Als etablierter Bestandteil der Erdgasbranche kommt sie seit Jahrzehnten zur Produktion von fossilem Wasserstoff zum Einsatz. Der Prozess wurde jedoch weiterentwickelt, sodass er keine externe Energie benötige. Zudem soll ein komplexes Temperaturmanagement das Auskühlen oder Überhitzen des BtX-Reaktors vermeiden. Das Reaktorkonzept wurde im mit 630.000 € vom BMWK geförderten Projekt BiDRoGen entwickelt.

Nachdem die Funktionalität der Restholz-Verwertung für zwei unterschiedliche Vergasertechnologien und Dimensionen erprobt ist, bereiten sich die Unternehmen auf den Markteintritt vor. Hierfür wollen Burkhardt und BtX in den kommenden Jahren eine vollständige Anlage mit integrierter Wasserstoffabscheidung entwickeln und parallel die Flüssigtreibstoffsynthese aus Holzgas erproben.

Vom Restholz zum biogenen Wasserstoff (© BtX Energy GmbH)

Holzreste: Nachhaltige Energieträger?

Die Nachhaltigkeit von Holzheizungen war jüngst noch Streitpunkt bei der EU-Kommission in Brüssel. Demnach lasse sich die Klimafreundlichkeit des Energieträgers nur garantieren, wenn er aus einer nachhaltigen Forstwirtschaft stammt, mittels einer feinstaubarmen Technologie verarbeitet und lediglich über kurze Strecken transportiert wird.

Diesen Anforderungen werde die Technologie der Bayern aber gerecht. So verarbeiten ihre dezentralen Holzvergaser Restholz aus Forst oder Industrie am Ort der Gestehung zu einem Synthesegas, das die Anlage anschließend in eine Mischung aus Wasserstoff (50 % der Energie) und Wärme (30 % der Energie) umwandelt. Der so gewonnene Wasserstoff kann dann etwa zur Betankung der Lieferfahrzeuge für die eigentlichen Holzprodukte oder die Produktion weiterer Restholz-Hackschnitzel oder -Pellets zum Einsatz kommen, um auch deren Klimabilanz in der Heizung zu verbessern.

Seit der Novellierung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes im Jahr 2021 ist biogener Wasserstoff als nachhaltiger Treibstoff im Verkehr zugelassen. Seitdem haben die politischen Aktivitäten von Unternehmen und Verbänden zu einer Weiterentwicklung des Gesetzes geführt. Inzwischen kann sämtliche Biomasse, die nicht verfüttert oder stofflich verarbeitet werden kann, als Treibstoff genutzt werden. Die BtX GmbH betreibt daher seit März 2024 eine Anlage zur Erzeugung von grünem Wasserstoff aus Gülle und Mist.

 

(Quelle: BtX GmbH/2024)

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