Österreich verstärkt Wasserstoffoffensive: Speicher als Schlüssel für Energiewende

Wien setzt mit einer neuen Studie zu Wasserstoffspeichern einen weiteren Schritt in Richtung Energiewende. Wirtschafts- und Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer betont: „Was bringt mir der sauberste Strom wenn ich ihn nicht flexibel nutzen kann? Eine erfolgreiche Energiewende braucht nicht nur Erzeugung, sondern auch Speicher, die Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit garantieren. Speicher sind der Schlüssel um erneuerbare Energien rund um die Uhr verfügbar zu haben und damit günstige Preise sicherzustellen.“

 

Die vom BMWET in Auftrag gegebene Studie „Wasserstoffspeicher in Österreich“ analysiert, wie geologische Lagerstätten – vor allem ausgeförderte Erdgasfelder – für die Wasserstoffnutzung umgerüstet werden können. Das Ergebnis zeigt einen stark wachsenden Bedarf: Der Wasserstoffverbrauch steigt von 5 TWh im Jahr 2030 auf 48 TWh 2040, der Speicherbedarf wächst von 1,2 TWh auf 7,7 TWh. Alte Methanspeicher können schrittweise umgewidmet werden, wobei Lagerstätten im Wiener Becken und in der Molassezone das größte Potenzial bieten. Kurz- bis mittelfristig könnten 3–5 TWh, langfristig bis zu 30 TWh realisiert werden.


Wasserstoffspeicher dienen vor allem als Jahresspeicher, um Energie über die Jahreszeiten hinweg verfügbar zu halten, und sichern die Versorgung bei Dunkelflauten oder Importausfällen. Hattmannsdorfer hebt die Bedeutung hervor: „Speicher sind keine Vision, sondern eine Notwendigkeit. Wir müssen rechtlich, technisch und wirtschaftlich die Voraussetzungen schaffen, damit Österreich weiterhin zum europäischen Speichernetzwerk gehört und seine geologischen Vorteile nützen kann. Das ist nicht nur Energie-, sondern auch Standortpolitik.“

 

Die Studie empfiehlt zudem eigene gesetzliche Regelungen, etwa eine Anpassung des Mineralrohstoffgesetzes (MinroG) und die Einführung einer „Genehmigung aus einer Hand“, um Verfahren zu beschleunigen. Hattmannsdorfer: „Die Genehmigungen aus einer Hand haben wir bereits im EABG zukunftsweisend abgebildet.“Begleitend sollen das Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG), das Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG) und das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) dafür sorgen, dass Speicherprojekte schneller umgesetzt werden und sauber erzeugter Strom effizient genutzt werden kann. Hattmannsdorfer erklärt: „Mit dem EABG schaffen wir mit dem One-Stop-Shop eine zentrale Anlaufstelle, damit Projekte schneller umgesetzt werden und Energie dort ankommt, wo sie gebraucht wird. Und mit dem EAG und ElWG stellen wir sicher, dass der sauber erzeugte Strom auch in Österreich bleibt, gespeichert und genutzt werden kann.“

Quelle: Hattmannsdorfer (2025, November 22). Energie sichern heißt Speicher schaffen. https://www.wienerlinien.at/news/linie-39a-ab-1-dezember-2025-emissionslos-mit-wasserstoff-bussen-unterwegs